Ein paar Links zu einigen Artikeln,die ich für ganz lesenswert halte

Gefährlicher Alltag für Santiago Botero

Alles oder Nichts

 

und für alle , die es genau wissen wollen und des Spanischen mächtig sind,ein Artikel über Santis Hochzeit (für die anderen bleibt zumindest die Betrachtung des Brautpaares (*ggg*)

La boda de Botero  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 12.10.2002 erzählte Santiago Botero exklusiv aus Zolder der kolumbianischen Tageszeitung „El Tiempo“  wie er Weltmeister wurde. Auszüge daraus habe ich hier übersetzt:

 

„Ich kann mir Daten sehr schlecht merken, aber den 10.Oktober 2002,den Tag, an dem ich Kolumbien einen Weltmeistertitel und ein Lächeln gab, werde ich nie vergessen.

Als letzten Donnerstag die Nationalhymne für mich erklang, konzentrierte ich mich darauf, zuzusehen, wie die Kolumbianische Flagge gehisst wurde. Ich gestehe, dass ich in diesem Moment an gar nichts dachte. Später dachte ich an meinen Großvater Mario Echeverry, der vor der Spanienrundfahrt gestorben ist, an meine Frau und an meine Familie.

Und ich dachte ein Jahr zurück, an das Einzelzeitfahren zur WM in Portugal,  als ich Bronze gewonnen hatte. Ich war zufrieden, fühlte mich aber auch als Verlierer, denn ich hätte genauso gut Gold gewinnen können. Elf Sekunden auf Jan Ullrich, den Sieger, war eine sehr kleine Differenz. An jenem Tag nahm ich die Niederlage ziemlich gelassen hin, aber später ließ ich das Rennen noch mal Revue passieren und suchte nach Fehlern, die ich gemacht hatte.

Dann steckte ich mir für die folgende Saison drei Ziele: Die Tour de France, die Spanienrundfahrt und die Weltmeisterschaft. Als ich nach Madrid zurückkehrte, hatte sich nichts geändert. Es war, als sei in Portugal nichts besonderes passiert. Bei Kelme freute sich niemand über die Bronzemedaille, außer Josè Luis Laguía , der technische Assistent. Und gerade Pepe Quilles, der Besitzer der Mannschaft, war mit meiner Saison 2001 unzufrieden.

Zum Jahresende fuhr ich nach Kolumbien und kriegte augenblicklich die Zuneigung meiner Landsleute zu spüren. Da gab es wunderschöne Momente. Nur einmal gab es ein schlimmes Erlebnis und ich war verletzt... Das war im Dezember in Bogota, zur Wahl des Sportlers. Nicht, weil sie mich nicht gewählt hatten, nein, das war es nicht. Aber alle Gäste wurden irgendwie erwähnt, außer ich. Der schlimmste Moment war, als sie mich irrtümlicherweise als den Gewinner aufriefen. „Nein, nein, sie nicht, bitte das ist ein Irrtum...“, sagten sie zu mir.

Ich schwor, dass ich, sollten sie mich wieder mal zum Sportler des Jahres wählen, nicht zur Verleihung gehen würde. Aber ich kenne mich gut genug und weiß, dass ich nicht nachtragend und kein Freund von Grobheiten bin.

 Das Jahr 2002 begann mit meiner Vorbereitung auf die Tour de France. Sieben Monate trainierte ich sehr hart. Die Leute denken immer, mein Leben besteht aus Reisen und darin, in der Presse zu sein. Aber alleine zu trainieren, bei jedem Wetter, im Kampf gegen Dich selbst, das ist hässlich.

Der schrecklichste Tag

In Momenten der Einsamkeit ist meine Frau, Catalina Laverde, immer eine große Hilfe. In den wenigen Momenten, in denen wir zusammen sind, trennen wir uns nie. Aber sie fing auch an, das Gefühl zu kriegen, sie müsse ersticken. Ein Grund war, das wir nicht in einem Haus lebten, sondern in einem Hotelzimmer in Torréon, in der Nähe von Madrid. Sie saß in diesem 4 qm großen Zimmer, während ich Rennen fuhr. Es war sehr hart.

Das erste Jahr bei Kelme, 1995, war sehr hart. Mein Trainer war sehr streng und ungeduldig mit mir.

Aber ich habe es überlebt. Die Leiden, die dieser Sport verlangt, haben mich bis jetzt noch nicht von den Rennen abhalten können. Zum Beispiel der Tag, als ich am Mt. Ventoux einbrach, bei der letzten Tour. An den vorangegangenen Tagen hatte ich mich  dabei verausgabt, Sekunden zu retten. Nun waren die Opfer von sieben Monaten umsonst. Victor Hugo Pena erzählte mir, das Lance Armstrong an dem Tag beim Abendbrot gesagt hatte: „ Gut, ein Rivale weniger.“

Das war der schrecklichste Tag des Jahres, weil ich kann es nicht leiden, wenn meine Mannschaftskameraden Mitleid mit mir haben und auf mich warten, wenn ich einen im Schuh habe. Manchmal sagte ich zu ihnen, dass sie denen vorn folgen sollten. Später gab es eine sehr nette Geste. Die Fahrer, die an meinem Hinterrad fuhren , machten mir Mut. Ich glaube, das ist das, was man Respekt nennt, weil ich ehrlich im Rennen bin und niemals falsch gespielt habe.

Obwohl mein Vertrag mit Kelme noch bis zum nächsten Jahr gilt, würde ich gern das Team wechseln: iBanesto, Once, Telekom...

...

Die Weltmeisterschaft kam näher und vom Beginn der Vuelta an hatte ich kein gutes Gefühl. Es begann schon beim Prolog. Sieben Leute fuhren (aktiv) das MZF ,doch während die anderen je 10 Sekunden führten, schaffte ich grad mal sieben. Das tat weh. Ich fühlte mich verraten, als ein anderer Kollege aus dem Team, Oscar Sevilla, später sagte, ich würde nicht an die Mannschaft denken. Das war sehr ungerecht.

...

Dann kam der Tag , an dem ich die Vuelta verlassen wollte, das Zeitfahren in Cordoba. Ich konnte mich überhaupt nicht motivieren und Vicente Belda redete anderthalb Stunden auf mich ein.

 Ein Jahr lang hatte ich fast doppelt so viel wie sonst trainiert. Trotzdem fühlte ich mich nicht gut. Ich wa4r nicht mehr so stark wie zur Tour und ich hatte bis zum letzten Moment, als ich nach Belgien kam, Zweifel. Der Etappensieg bei der Vuelta macht mir wieder etwas Mut und nach dem Zeitfahren in Madrid dachte ich:“ Aitor konnte diese zeit fahren, weil er beflügelt war von der Möglichkeit, die Vuelta zu gewinnen. Etwas über eine Minute habe ich auf ihn verloren. Aber in Belgien wird Kolumbien meine Motivation sein.“

Ich mag Einzelzeitfahren, weil Du da für Dich selbst und Deine Leistung die Verantwortung trägst. Ich trainierte hart hinter dem Auto, das Catalina steuerte. Sie haben mich sehr schnell aus dem Kreis der Medaillenkandidaten ausgeschlossen. Umso besser für mich; wenn sie mich nicht mehr auf der Rechnung haben, kann ich sie überraschen.

Am 28. Oktober bin ich zwei Jahre verheiratet. Ich habe dieses Datum einen Tag nach meinen Geburtstag für meine Hochzeit gewählt, damit ich die Hochzeitstage nicht vergessen kann. Ich hab nämlich absolut kein Gedächtnis für Daten. Aber den 10.Oktober, den Tag , an dem ich Kolumbien einen Weltmeistertitel und ein Lächeln gab, werde ich nie vergessen."

Quelle:El Tiempo

 

Nach dem Sieg bei der WM 2002  erschien bei  sport.es am 11.10.02 ein Interview , dass Agusti Bernaus mit Santiago führte.

Darin heißt es , dass Santi der einzige Leader seines Teams sei, der in der folgenden Saison bei Kelme bleiben wolle !!!

Mit seinem Sieg habe er seinen Landsleuten einen besonders schönen Tag beschert. „ Ihr könnt Euch nicht vorstellen“, sagte er, „ was das für Kolumbien bedeutet. Jedes Sportereignis hilft meinen Landsleuten, etwas von ihrem chaotischen Alltag abzuschalten .“ Er selbst war am meisten überrascht von seinem Erfolg. Laut seiner Frau Catalina litt er an einer Grippe und Santiago selbst meinte: “Nach der Vuelta war ich nicht sehr zuversichtlich. Ich war demoralisiert und zweifelte an mir; statt auf Sieg zu fahren, arbeitete ich als Helfer für meine Mannschaftskameraden. Zur WM reiste ich mit vielen Zweifeln an.Da hatte ich mich letztes Jahr viel sicherer gefühlt. Doch beim letzten Zeitfahren bei der Vuelta, als Aitor Gonzalez mir zwei Minuten abnahm, dachte ich: Meine Güte, wie komme ich nur auf die Idee in Zolder gewinnen zu wollen?

Aber er gewann...

„Auf der Bahn habe ich gelernt, mir für die letzten 10 km ein paar Körner aufzuheben.“

Quelle:www.sport.es  

Und bei el mundo deportivo erklärt José Luis Laguia, der Santi gut kennt, dass es „ immer wichtig ist, ihm zu sagen, dass er gut ist; aber vom Sieg sollte man lieber nicht sprechen, das setzt ihn zu sehr unter Druck. Wenn es einen anderen offiziellen Mannschaftskapitän gibt, dann ist er der ideale Leader. Er ist unsicher von Natur aus, das ist sein Problem. Er besitzt enorme physische Kräfte, die er aber oft nicht zu seinem Vorteil einsetzen kann, weil er sich falsch einschätzt. Er braucht an seiner Seite jemanden, der ihn anleitet. Gestern Nacht sagte ich zu ihm, dass er gewinnen würde und bedauerte es augenblicklich. Er antwortete, dass er Aitor ( Gonzalez ) schlagen wolle.“

Botero ist klug und der beste Kamerad, den man sich vorstellen kann. Nachdem er zwei Etappen bei der Tour de France gewonnen hatte, wurde er bei der Vuelta a Espana dazu verbannt, die undankbare Arbeit des Helfers auf den ersten Kilometern, da wo es noch keine Fernsehübertragung gibt, zu verrichten....

Auf die WM bereitete er sich in Torrejón vor. Beim Training, u.a. hinterm von seiner Frau gesteuerten Auto, traf er manchmal Perdi und Aitor; ein kurzes Hallo und Adiós, mehr nicht. Nach und nach sah er, dass er Fortschritte machte und das zerstreute „diese Zweifel, die ihn antrieben mehr und mehr zu trainieren.“

Angesprochen auf die Zeit, als er bei Kelme auf der Liste der Fahrer stand, die das Team  möglicherweise verlassen sollten, meinte Santi selbst: „Bei der Vuelta lief es schlecht, ich war deprimiert und niedergeschlagen. Aber von der Tour sprach niemand mehr. Sicher war ich verletzt, nach sechs Jahren, in denen ich dem Team alles gegeben hatte. Was, wenn ich der Erste von Kelme wäre, der Weltmeister werden würde? Bei Gott ! Ein Novum bei Kelme! Nein, nichts. Keine Ahnung, wie es in Zukunft für mich weitergeht. Ich würde meinen Vertrag mit Kelme gern erfüllen und ich glaube heute ( 10.10. ) gibt es bei Kelme ein Meeting, wo darüber entschieden wird.“

Wie dem auch sei, gestern war er glücklich, dass „ein Pessimist wie ich meinem Land ein bisschen Freude, die es dringend braucht, machen konnte.“

Quelle:www.elmundodeportivo.es

 

 

Während der Tour de France 2002 berichtete Santiago Botero in der Kolumbianischen Tageszeitung "El Tiempo de Bogotá" in einer Kolumne von dem Etappenrennen in Frankreich. Dabei äußerte er sich auch zu den angeblichen Differenzen zwischen ihm und Oscar Sevilla, der als Leader der Mannschaft in Luxemburg angereist war, die große Schleife dann allerdings mit Magen- und Darmproblemen verlassen musste. Berichte über eine Rivalität zwischen ihm und dem Spanier dementierte er , wenn er auch einräumte, nicht genau sagen zu können, was der Europäer ihm gegenüber empfinde. Sie würden sich in „bestimmten Momenten" auch gegenseitig unterstützen, am Berg sei es jedoch schwierig, sich zu helfen.

 

 

 

(c) by Cor Vos www.corvos.nl

 

Zur Situation bei Kelme meinte er, dass er sich „nicht verraten und verkauft" fühle, auch wenn die Mannschaft im Moment nicht so stark und das Sponsoring für die nächste Saison nicht gesichert sei.

Nach der Etappe nach Les Deux Alps, nach der er auf den siebenten Platz in der Gesamtwertung lag, war er sicher, dass er sich bis zum Finale der Tour noch auf den 5.Platz vorarbeiten würde

 

 

 

 

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