2005

 

24.07.05 Als 51. in der Gesamtwertung und mit 1h 49' 22'' Rückstand auf Lance Armstrong hat Santi die Tour heute in Paris beendet. Nun gilt es sich auszukurieren, um im Herbst noch einmal zu seiner Form zurückzufinden.

21.07.05 Für Santi geht es mittlerweile nur noch darum, in Paris anzukommen. Seit einigen Tagen leidet er an einer Aussenohr-Entzündung und konnte deshalb schon in den Pyrenäen nicht mehr mit den Besten mithalten.Auch ein hinzugezogener Spezialist brachte keine Abhilfe. Santi, der seine Krankheit medikamentös behandelt, verliert von Tag zu Tag mehr Zeit und liegt im Gesamtklassement inzwischen mit über 1 Stunde Rückstand im Mittelfeld.

16.07.05 Zum Desaster wurde für Santi die erste Pyrenäenetappe der diesjährigen Tour. über 220 km ging es von Agde nach Ax3Domaines. Und während der Gerolsteiner Georg Totschnig vorn den ersten österreichischen Touretappensieg seit über 70 Jahren einfuhr, verlor Santi Minute um Minute. Bereits beim ersten Anstieg konnte er mit den besten nicht mithalten, im Ziel hatte er dann 32:12 min Rückstand auf den Tagessieger. Natürlich flog er damit aus den Top 10 in der Gesamtwertung, wo er jetzt mit 29:08 min auf Platz 28 liegt. Naja, mit dem Rückstand dürfte er aber für niemanden eine Gefahr darstellen. Vielleicht läufts ja morgeen besser und er probierts nochmal mit dem Etappensieg.

13.07.05 Wer Santi gestern abgeschrieben habe sollte, wurde heute eines besseren belehrt. Auf der Etappe über Col de la Madelaine, Col du Telegraphe und Col du Galibier zeigten er und der gestern ebenfalls schwächelnde Alexander Winokurow, dass immer noch mit ihnen zu rechnen ist. Thor Hushovd und Samuel Dumoulin hatten sich reccht schnell vom Feld abgesetzt. Zunächst folgten ihnen Pereiro und Cauchioli. Als daraufhin Wino attackierte, folgte ihm neben Mancebo, Horner, Heras, Martinez und Arrieta auch Santi.Auf dem Gipfel des Col de la Madeleine sind der Kasache und die zwei Phonakfahrer nur noch zu dritt, doch als es hinauf zum Col du Galibier geht, muß auch Pereiro abreißen lassen. Den Gipfel erreicht Wino als Erster, Santi hat 42 sec auf ihn verloren. Doch auf dem Weg nach Briancon erweist er sich als der bessere Abfahrer und macht den Rückstand wieder wett. Am Ziel schließlich entscheidet der Kasache die Etappe für sich. Leider haben die beiden auf dem letzten Kilometer durch ihr taktisches Geplänkel ein paar Sekunden verloren. Trotzdem konnte sich Santi auf den 6.Platz in der Gesamtwertung schieben ( 3:48 min Rückstand auf Armstrong). In der Bergwertung liegt er nun auf Platz 3.

12.07.05 Probleme zeigte Santi heute bei der ersten schweren Alpenetappe von Grenoble nach Courchevel. Wegen einer angekündigten Blockade des Fahrerfeldes durch französische Bauern, die damit gegen das Jagdverbot der Wölfe protestieren wollten, war der Start zunächst von Grenoble nach Brignoud verlegt und die Etappe damit um 11 km verkürzt wurden. Auf dem Weg nach Courchevel ging es dann über den ersten Berg der 1. Kategorie, auch der Schlußanstieg zum Zielort gehört zu dieser Art Bergkategorie. Dort erwischte es dann einige der als Mitfavoriten gehandelten Fahrer. Santi selber verlor als Fünfzehnter 2:50 min auf den Etappensieger Alejandro Valverde und liegt nun im Gesamtklassement mit 5:20 min Rückstand auf Leader Lance Armstrong auf dem 11. Platz.

  2004

 

Auch bei seiner zweiten Tour für den Deutschen Rennstall T-Mobile zeigte sich Santi nicht in seiner alten Stärke. Zwar plagte den Kolumbianer im Vorfeld der Großen Schleife wieder, wie schon 2003, eine Virusinfektion, trotzdem hatte wohl nicht zuletzt er selbst mehr von sich erwartet. Seine Form als Nicht-Form zu bezeichnen, wie es einige "Fans" tun, soweit würde ich trotzdem nicht gehen. Immerhin arbeitete er in der ersten Woche viel für das Team, fuhr am Anfang der Etappen, als das Peleton noch nicht auf Sendung war, lange im Wind. Nicht zu vergessen die 14. Etappe, als er auf dem Weg von Carcasonne nach Nîmes in der 10köpfigen Ausreißergruppe war,  dann zwar "nur" Achter wurde ( Aitor Gonzalez gewann die Etappe), aber die 13 min Vorsprung waren entscheidend für den Sieg in der Mannschaftswertung. Als Erklärung für seine schwache Leistung in den Bergen kann man das aber nicht gelten lassen.

 

 
Santi beim Prolog zur Tour am 3. Juli 2004 in L�ttich 

 

Es stellt sich also die Frage, ob Santi nach seinen großartigen Erfolgen 2002 vielleicht über seinen Leistungszenit hinausgeschritten ist. Doch so abrupt? Sicher geht  ein Teamwechsel wie ihn Santi eben nach jenem Erfolgsjahr vollzog, an keinem Radprofi spurlos vorbei. Auch ein Davide Rebellin brauchte z.B. bei Gerolsteiner eine gewisse Zeit der Eingewöhnung. ( Obwohl gerade in diesem Jahr einige Profis  bei CSC beweisen, dass es auch andersherum gehen kann). Und im zweiten Jahr könnte man ja erwarten, dass sich nach der Zeit der Umstellung erste kleine Erfolge einstellen.  Sollte am Ende Vicente Belda, sein ehemaliger Sportlicher Leiter bei Kelme, Recht behalten? Er hatte vor dem Teamwechsel gewarnt, da Santi ein sensibler Mensch sei, und man nur bei Kelme wüsste, wie man ihn anfassen muss.

 

 
Bei der Einschreibekontrolle zur 1. Etappe   (c) by www.rexite.de

 

Stimmt, Santi ist sensibel, hatte auch in Spanien, wo immerhin dieselbe Sprache wie in Kolumbien gesprochen wird, immer Heimweh. Fühlt er sich am Ende nicht wohl bei T-Mobile? Er ist der einzige Spanischsprechende im Team. Gian Matteo Fagnini hat mal, als er noch Zabels Sprintanzieher war,  in einem denkwürdigen Interview in der Italienischen Zeitschrift Bicisport über die Ausgrenzung ausländischer Fahrer durch die Deutschen Kollegen bei der Bonner Truppe geklagt. Andere seiner Landsleute haben bestätigt, dass die Kommunikation zwischen Italienischer und Deutscher Fraktion im Team über ein Hallo und Tschüß nicht hinaus geht.

Wir kennen die Ursachen nicht, wir können nur spekulieren. Und hoffen, dass Santi nicht, wie in einem Interview mit der Kolumbianischen Zeitung El Tempo angesprochen, über ein Karriereende nach dieser Saison nachdenkt. Und wünschen, dass er es lieber noch einmal in einem neuen Team versucht. So wie Bobby Julich.  Der ist beim damaligen Team Telekom auch völlig untergegangen und zeigt nun bei CSC Leistungen, die keiner mehr von ihm erwartet hatte.

Quo vadis, Santi?

 

Beim Empfang des Teams in Bonn              (c) by Mani Wollner

 

 


 

2003

 

25.Juli 2003

Aus für Santi!!! Wegen eines Magen-Darm-Infekts mußte Santi die Tour vorzeitig verlassen. Er litt schon gestern an Durchfall und Erbrechen und konnte nach einer im Prinzip schlaflosen Nacht heute morgen kein Essen zu sich nehmen. Angesichts seines geschwächten Zustandes ist er zur heutigen 18.Etappe nicht mehr angetreten.

9.Etappe, 14.Juli 2003

Bourg d'Oisans - Gap

Es geht aufwärts mir Santis Form !!! Heute kommt er in der zweiten Gruppe, mit einem Rückstand von 1:47 min auf Tagessieger Alexander Winokurow, ins Ziel.

8.Etappe, 13.Juli 2003

Sallanches - L'Alpe d'Huez

Leider beläßt es Santi diesmal nicht bei einem schwarzen Tag. Heute geht es noch schwerer als gestern. Santi kommt mit 48:02 min !!! Rückstand auf Tagessieger Iban Mayo ins Ziel.

7.Etappe, 12.Juli 2003

Lyon - Morzine 230 km

Schwarzer Tage für Santi. Mit 10:21 min Rückstand auf Tagessieger Richard Virenque kam er als 74. ins Ziel. Sein Rückstand auf Armstrong betrug dabei 6:15 min, insgesamt sind das jetzt, vor der Etappe nach L'Alpe d'Huez, 7:45 min.

11.Juli 03

Mit 1:30 min Rückstand auf den Mann in Gelb, seinen Landsmann Victor Hugo Pena geht Santi morgen auf die 7.Etappe. Diese erste Etappe über einen Berg der 1.Kategorie wird uns vielleicht Aufschluß über Santis augenblickliche "Kletterform" geben.

4.Etappe,9.Juli 2003

Mannschaftszeitfahren  Joinville - St.Dizier 69 km

Team Telekom belegt einen beachtlichen 6.Platz. Santis Rückstand auf Lance Armstrong beträgt nun 1:29 min

Prolog,5.Juli 2003

Paris, Eiffelturm - Ave. de la Motte-Piquet  6,5 km

 

Als bester Telekomprofi beendete Santi den heutigen Prolog als Neunter, mit 9 sec Rückstand auf den Sieger Bradley Mc Gee


2002

 

9.Etappe, 15.Juli 2002

EZF, Lanester - Lorient, 52 km

Von einem historischen Sieg war die Rede, als Santiago Botero die 9.Etappe der Tour de France, das EZF über 52 km von Lanester nach Lorient gewann. Siege bei den Bergetappen ist man von kolumbianischen Profis ja gewohnt, aber ein Einzelzeitfahren? Lance Armstrong, den er schon bei der Dauphiné Libèré geschlagen hatte, nahm er 11 sec ab und fügte ihm die erste Niederlage in einem EZF seit 1999 bei einer Tour zu. Bei der 1.Zwischenzeit,nach 19,2 km hatte Santiago noch 0,2 sec Rückstand auf den dort Führenden Sergej Gontschar. Bei der zweiten lag er gleichauf mit dem Amerikaner, der 1 Stunde nach ihm gestartet war, bei den nöchsten Zwischenzeiten war er jeweils der Beste.

Danach jubelten er und der sportliche Leiter von Kelme, Vicente Belda, im Bus, als hätte Kolumbien ein Tor im Fußbal-WM-Finale geschossen.

"Ich bin nicht grad in Bestform für die Berge", blickt er auf die kommenden Etappen, "aber wenn ich die erste Pyrenäen-Etappe gut bewältige, dann ist alles möglich"

14.Etappe,21.Juli

Lodève - Mont Ventoux, 221 km

Mit dem Einbruch am Mt.Ventoux blieb Santiago Botero seinem Muster treu: Einer starken Vorstellung folgt ein rabenschwarzer Tag und diesem dann wieder eine bestechende Leistung. Vielleicht könnte er sich, wie die "Tour" in ihrer Augustausgabe schreibt, in den folgenden Jahren tatsächlich zu einem echten Herausforderer für Lance Armstrong entwickeln, wenn da eben nicht immer diese eine Tag wäre.

Santiago selbst empfand die Niederlage am Ventoux als Demütigung, und der Gedanke, dass so ein einziger verkorkster Tag genügt, um acht Monate harter Arbeit zunichte zu machen, wirkte demoralisierend.

15 min nach Etappensieger Richard Virenque kam er ins Ziel, auf Armstrong hatte er nur geringfügig weniger Zeit verloren und das Podium war in weite Ferne gerückt.

15.Etappe, 23.Juli

Vaison la Romain - Les Deux Alps, 226,5 km

Nach der  kränkenden  Niederlage am Mont Ventoux war der Kolumbianer wie besessen von dem Gedanken an einen Etappensieg in Les Deux Alps. Und so tief der Stachel auch saß, so gab ihm sein Rückstand im Gesamtklassement auch eine gewisse Befreiung: von seinem eigenen Erfolgsdruck in Richtung Podium, aber auch von den wachsamen Blicken seiner Konkurrenten um die vorderen Plätze.

60 km nach dem Start, am ersten Anstieg, nutzte er seine Chance zu einer Flucht. Zuerst versuchte er es gemeinsam mit Sörensen, als dies nicht gelang, attackierte er noch einmal zusammen mit Aerts. Die beiden hatten Erfolg, später schlossen sich ihnen noch Magnien, Garcia Acosta, Merckx, Casar und Hvastija an. Botero zweifelte zeitweilig an den Erfolgschancen der Ausreißergruppe, doch die sieben Rennfahrer fuhren gemeinsam über sechs Gipfel bis zum Fuß des Schlussanstieges nach Les Deux Alps.    

 

 

 

(c) by Hans Deveuster by www.sportfotos.be

 

 

11 km vor dem Ziel konterte Santiago eine Attacke Merckx' und fuhr seinen Kontrahenten davon . So eilte er, den Kopf auf die linke Schulter gelegt, sich auf dem Rad krümmend, die zu schmalen Schlitzen verengten Augen auf das imaginäre Ziel gerichtet, diesem entgegen. An einen Sieg habe er erst auf den letzten Kilometern, die er "wie ein EZF fuhr", geglaubt, sagte er später zu den Journalisten.

6:41 min macht er auf dieser Etappe auf Armstrong gut und ist nun im Gesamtklassement mit 11:31 min Rückstand auf den Leader Siebenter

 

17.Etappe, 25.Juli

Aime - Cluses, 142 km

Unternehmen vierter Platz

Vor der Tour hatte Santiago Botero den 4.Platz im Gesamtklassement und einen Etappensieg garantiert. Von letzteren hat er nun zwei und das eine erneuter Fluchtversuch viel schwieriger werden würde als jener nach Les Deux Alps, war ihm auch klar. Schließlich war er in gefährliche Nähe zum Podium gerückt. Aber Acevedo, der derzeitige Vierte, lag am Start in Aime nur 31 sek vor ihm. Und Once würde diesen Platz kaum verteidigen. So konnte er sich am Colombiere absetzen und die vor ihm platzierten Fahrer überraschen. Acevedo versuchte zwar, ihm zu folgen, musste allerdings abreißen lassen. Am Ende machte der Kolumbianer 37 sek gut, den vierten Platz behielt er bis Paris. Den Platz auf dem Podium hat er am Ventoux verloren.

 

 

 

 

 

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