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Santiago Botero wurde am 27.10.1972 in Medellin/Kolumbien (430 km nordwestlich von Bogota)geboren. Er wuchs in sogenannten guten Verhältnissen auf und mit seiner Körpergröße von 1,79 m ( bei 69 kg ) und seinem blonden Haar erfüllt er nicht gerade das landesübliche Klischee des Kolumbianers, den man sich eher als einen braunen, jungenhaften, kleinen Kletterkünstler vorstellt. 

Aber auch als Radprofi hat er, zumindest bis er nach Europa kam, eine eher untypische Entwicklung genommen. Er begann auf der Bahn und dem MTB, zur Straße kam er relativ spät, nämlich erst mit 20.    

Aber auch da fuhr er nur an den Wochenenden Rennen, Priorität hatte sein Betriebswirtschaftstudium an der Universität von Medellin.  

Erst nachdem er dort sein Diplom erhalten hatte, ging er als Profi zum spanischen Rennstall Kelme-Costa Blanca, wo er seit 1996 unter Vertrag steht.  

In Spanien wohnt er in Alicante, aber für seine Vorbereitung zur Tour 2002 ging er z.B. für sieben Monate nach Medellin, um in der Höhe seiner Heimatstadt (1900 m ) zu trainieren. Während eben jener Tour lief im kolumbianischen TV sein erster Werbespot und in einer Bogotaer Tageszeitung berichtete er in einer Kolumne täglich aus Frankreich.  

Seine Reisen nutzt Santiago, um Museen und Kirchen zu besuchen und besichtigen, außerdem interessiert er sich für die Börse. Seit Herbst 2000 ist er mit Catalina Laverde Perez verheiratet.  

Im Jahr 2000, 14 Jahre nach Luis Herreras Erfolgen, gewann er seine erste Tour -Etappe, holte das Trikot des besten Bergfahrers und fuhr als Fünfter in der Gesamtwertung nach Paris.   

Im Jahr zuvor hatte er eine Krise zu überstehen, als die UCI ihn für einige Monate wegen eines zu hohen Testosteronwertes sperrte.Davor hatte sein sportlicher Leiter Vicente Belda seine Nominierung zur Vuelta a Espana vorsorglich zurückgezogen, doch Santiago konnte beweisen, daß dieser erhöhte Wert auf die natürliche Produktion seines Körpers zurückzuführen ist.  

Die Tour 2001 beendete er als Achter und bei der Vuelta im gleichen Jahr gewann er zwei Einzelzeitfahren, trug einige Tage das Leadertrikot und beendete die Rundfahrt schließlich als 18.   

Seine größten Erfolge feierte aber bei der WM. Bereits 2001 wurde er in Portugal  Dritter im Einzelzeitfahren. 2002 schließlich gelang ihm im belgischen Zolder der ganz große Wurf : er wurde Weltmeister !  

Als er zur Tour 2002 kam, hatte er gerade mal 16 Renntage aufzuweisen. Aber an einem dieser Tage hatte er die Classiques des Alps gewonnen, und an einem der anderen Lance Armstrong beim EZF bei der Dauphiné Libéré geschlagen.  

"Je suis très heureux", wurde der immer zuvorkommende und freundliche Kolumbianer in der französischen Presse zitiert.  

Die Tour 2002 beendete er als Vierter ,aber was viel wichtiger ist, er schlug Lance Armstrong erneut in dessen ureigenster Disziplin, dem EZf.Als er dann mit der Etappe nach LesDeux Alps seine insgesamt 3.Etappe bei einer Tour de France gewann, zog er mit Luis Herrera gleich.Verglichen werden möchte er aber nicht mit ihm. Erstens seien sie sehr verschieden, zweitens wolle er seine eigene Geschichte schreiben.  

2003 wechselte er zum Deutschen Team Telekom. Er selbst hatte an Kelme eine Ablösesumme bezahlt, um seinen Vertrag bei der Spanischen Mannschaft vorzeitig zu beenden.Doch die Jahre in Diensten des von Walter Goodefroot gemanagten Teams waren von Krankheit und Erfolglosigkeit geprägt.  

Privat lief es besser um den Kolumbianer. Ende September 2004 wurde seine Tochter Gara geboren.  

2005 schließlich wechselte er zum Schweizer Team Phonak. Und war wieder erfolgreich. Im Mai gewann er die Tour de Romandie, beendete später als Zwölfter die Katalonien-Rundfahrt und verpasste den Gesamtsieg bei der Dauphiné Libéré nur knapp. Zum Ende der Saison 2006 wird das Team nach mehreren Dopingskandalen aufgelöst.  

Auch Santi gerät unter Dopingverdacht und wird mit dem Spanischen Arzt Fuentes in Verbindung gebracht. Von seinem Team suspendiert, fährt er ab Mitte des Jahres keine Rennen mehr.  

Am 23.11.2006 schließlich wird das Verfahren gegen Santi eingestellt und er unterschreibt für die Saison 2007 einen Vertrag bei dem Kolumbianischen Team EBM-Orbitel. 

2008 fährt es für das US-Amerikanische Team rock racing, nimmt an den Olympischen Spielen in Peking teil und zeigt sich sogar noch einmal in Europa: bei der Tour of Britain. 

 

Catalina

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